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Vollgas: Den Blick immer nach vorne gerichtet

(SRA) Stillstand ist Rückschritt. Im Fußball führt Stillstand direkt zur Niederlage. Wer Erfolgserlebnisse will, muss nach vorne gehen, Vollgas geben. Mit seinem Unternehmen Systemsport gibt Norbert Tress seit genau 20 Jahren Vollgas. Dabei hat er nicht nur Spaß am Siebdruck, sondern entwickelt regelmäßig neue Ideen, die den Fans des VFB Stuttgart ebenso gefallen wie der RTLModeratorin Pia Tillmann oder dem Schauspieler und Modedesigner Jan Leyk. Die Auftragsbücher sind so voll, dass die 35 Mitarbeiter kaum noch hinterherkommen.

Wenn Norbert Tress auf die letzten 20 Jahre zurückblickt, dann sprudeln die Geschichten nur so aus ihm heraus. Er spricht über viele Veredlungstechniken, die er einsetzt, über ein Nostalgie-Shirt, das er gemeinsam mit dem VFB Stuttgart in limitierter Auflage produziert hat, oder er beklagt sich über den Mangel an Fachkräften in der Branche.

systemsport

Angefangen hat dabei alles ziemlich unspektakulär. Vor etwas mehr als 25 Jahren spielte Norbert Tress noch selbst Fußball und wollte für seinen Verein einfach nur Trikots bestellen. Der Kontakt zum Lieferanten führte unverhofft zu einem Nebenjob als Textildrucker. Tress erlernte das Handwerk des Siebdrucks und hatte soviel Spaß daran, dass er im Dezember 1994 seine eigene Textildruckerei Systemsport GmbH in Munderkingen gründete. Wie der Name schon verrät, bewegte sich Tress anfangs vor allem im Bereich Sport und belieferte Sportfachhändler in ganz Deutschland. Neben dem Siebdruck spielte damals auch die Direktbeflockung noch eine große Rolle, erinnert sich Tress. Später begeisterte er sich für den Digitaldruck, Transferdruck, Digitaltransfers, die Stickerei, die Lasergravur – und investierte in all diese Technologien. „Man muss diese Techniken alle im Haus haben, um sich vom Markt abzuheben“, sagt Tress. Schon bald war es nicht mehr nur der Sortfachhandel, der zu seinen
Kunden zählte. Heute ist Systemsport unter anderem Lieferant von VfB Stuttgart, FSV Mainz 05 und Eintracht Frankfurt, von verschiedenen Nationalmannschaften wie etwa den deutschen Volleyballern, deutscher Schützenbund und dt. Turnerbund und vom Olympischen Komitee Luxembourgs.

„Vertrieb ist wichtiger als die Maschine“

„Wenn ich mich zurückerinnere an die Anfangszeit von Systemsport, dann kann ich sagen, dass unser Handwerk damals noch mehr geschätzt wurde als heute. Es hatte einen höheren Stellenwert“, sagt Tress. Anstatt sich aber zu beklagen, geht er stets mit der Zeit und passt sein Unternehmen immer den neuen Anforderungen an: „Heute sind die Kunden viel anspruchsvoller, gleichzeitig ist der Wettbewerb viel stärker und der Markt schnelllebiger. Die Beratung der Kunden und die ganzen Vorarbeiten wie die Erstellungen guter Grafiken sind entscheidend für einen Auftrag. Der Vertrieb ist heute wichtiger als eine gute Maschine. Was heute zählt sind Flexibilität, Schnelligkeit und Qualität.“ Schließlich fasst Norbert Tress sein Erfolgsgeheimnis so zusammen: „Es
braucht Begeisterung für die Textilveredlung. Man muss das leben.“

Vom Sport zur Mode

Der Sport ist schon lange nicht mehr das Hauptstandbein von Systemsport. Die Umtriebigkeit von Tress, seine Ideen und die Begeisterung für Neues sind offenbar ansteckend. Mittlerweile arbeiten verschiedene Modelabels mit ihm zusammen und generieren durch aktives Online-Marketing täglich die verrücktesten Aufträge. Tress: „Zusammen mit dem früheren Modell Pia Tillmann, die heute Moderatorin bei RTL ist, entwickeln, produzieren und vertreiben wir das Label ,Kookooloores‘. Dahinter  verbergen sich freche T-Shirts, Caps oder Handy-Schalen, die von den Fans über Facebook bestellt werden.“ Ähnlich sieht die Kooperation mit dem Schauspieler, Modedesigner und Fotografen Jan Leyk aus. Dessen Label „Hafensänger“ wird getragen vom Motto „Feier Dich selbst!“, womit Leyk genau den Zeitgeist trifft. Die Käufer sind vor allem die knapp 1.100.000 Facebook-Fans des Modedesigners, die gesamte Abwicklung inklusive Veredlung erfolgt bei Systemsport. Erfolgreich ist auch das eigene Trendlabel WRST BHVR,  gesprochen: „Worst Behavior“.
Neben diesen trendigen Modelabels konzentriert sich Systemsport zudem auf die Industrie und entwickelt Konzepte für die Corporate Fashion von namhaften Unternehmen. So werden über die hauseigene Tochterfirma Corprate Fashion GmbH Krawatten, Softshelljacken, Hemden und vieles mehr für die Mitarbeiter großer Konzerne produziert.
Tress: „Bei diesen Geschäftsmodellen kommt uns einerseits zugute, dass wir flexibel und schnell auf die Bestellungen von Einzelstücken reagieren können. Andererseits können wir aber auch große Belegschaften in der Industrie ausstatten. Außerdem legen die Käufer immer mehr Wert auf Produkte aus Deutschland, ein Argument, das gerade in der Industrie immer wichtiger wird. Das ist unser großes Plus.“

Ausgebildete Mitarbeiter

Ebenso entscheidend für die erfolgreiche Arbeit sind für Tress ausgebildete Mitarbeiter: „Unsere Mitarbeiter sind alle ausgebildet, lediglich zwei von derzeit 35 Beschäftigten haben wir angelernt. Die anderen sind beispielsweise Medientechnologe oder  Mediengestalter“, erzählt er und fügt hinzu: „Ohne gut ausgebildete Leute können Sie heute keinen Betrieb mehr erfolgreich führen.“ Da Fachpersonal auf dem Arbeitsmarkt kaum zu finden ist, werden bei Systemsport junge Menschen selbst ausgebildet und für die Textilveredlung begeistert. Und weil ihm Ausbildung grundsätzlich am Herzen liegt, engagiert sich Tress auch noch als Mitglied des IHK-Prüfungsausschusses.

Ökologisch sauber

Nicht nur Endkunden setzen heute vermehrt auf Produkte aus Deutschland. Nach Einschätzung von Norbert Tress kauft auch die Industrie wieder verstärkt hierzulande ein. Die Gründe sind sowohl die kürzeren Lieferzeiten im Vergleich zu den langen  Lieferfristen aus Fernost sowie die Unbedenklichkeit der Produkte mitsamt Veredlung. „In den Bereichen Profisport und Industrie müssen Sie heute ökologische Standards erfüllen. Um auf Nummer sicher zu gehen, lassen wir beispielsweise alle unseren Transfers durch den TÜV prüfen. Bei den großen Sportartikelherstellern ist das eine Voraussetzung, wenn man mit ihnen zusammenarbeiten will,“ berichtet Tress, der aus gutem Grund überwiegend mit Siebdruckfarben und Flockklebern auf Wasserbasis  arbeitet.
Den Blick stets nach vorne gerichtet plant Tress derzeit einen Erweiterungsbau seines Betriebs, denn das Unternehmen platzt räumlich aus allen Nähten. Seine Ideen reichen locker für die kommenden 20 Jahren. Bleibt nur zu hoffen, dass er das  entsprechende Fachpersonal findet, um sie verwirklichen zu können.

Deal mit Eintracht Frankfurt ist perfekt

Systemsport aus Munderkingen feiert 20. Geburtstag – Unternehmen erweitert 2015

Munderkingen - Das Munderkinger Unternehmen Systemsport feiert in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag. Seither ist die Firma von Norbert Tress stetig gewachsen. Das schönste Geschenk hat sich der Geschäftsführer wohl damit gemacht, dass er für die kommende Saison den Vertragsabschluss mit dem dritten Bundesligisten perfekt gemacht hat. Denn neben den Trikots von Mainz 05 und dem VfB Stuttgart veredelt Systemsport jetzt auch die Leibchen vonEintracht Frankfurt.

Außerdem arbeitet das Unternehmen unter anderem mit dem Deutschen Volleyball-Nationalteam, dem Deutschen Turnerbund und der Deutschen Tennisnationalmannschaft zusammen. „So hochklassige Kunden haben natürlich sehr hohe Ansprüche, diesen können wir nur gerecht werden, weil unsere Mitarbeiter hervorragend ausgebildet sind und sich stark für das Unternehmen engagieren“, betont Tress. Weil es immer schwer werde, Mediengestalter oder Medientechnologen zu finden, bildet der Unternehmer auch selbst aus und ist Mitglied des Prüfungsausschusses der IHK.

Vor 20 Jahren hat Norbert Tress auf 400 Quadratmetern in der Munderkinger Innenstadt angefangen. Aber schon 1999 war dort der Platz zu eng und die erste Halle mit 800 Quadratmetern im Gewerbegebiet wurde gebaut. Sieben Jahre später, 2006, folgte die zweite. Und im kommenden Jahr will Norbert Tress wieder erweitern. „Dann wird eine Halle nochmal um 500 Quadratmeter erweitert“, erklärt der Geschäftsführer. 25 feste Mitarbeiter und 15 Aushilfen beschäftigt das Unternehmen derzeit.

Das Kerngeschäft des Munderkinger Unternehmens ist die Veredelung von Textilen nach Kundenwunsch. Das heißt Systemsport bringt zum Beispiel Logo oder Schriftzüge auf Sporttrikots auf. „Unser Vorteil ist, dass wir nicht auf eine Veredelungsart festgelegt sind, sondern unseren Kunden die verschiedensten Möglichkeiten anbieten können. Mit unserem Angebot sind wir vielleicht sogar einzigartig in Deutschland“, vermutet Norbert Tress.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich Systemsport ständig weiter entwickelt. „Es ist mir schon immer wichtig gewesen, nicht stehen zu bleiben und meinen Betrieb mit neuen Geschäftszweigen zu sichern.“ Vor allem weil das Geschäft mit der Veredelung von Sporttrikots ein sehr saisonlastiges sei und sich hauptsächlich auf die Monate zwischen Juni und Dezember konzentriere, wollte Tress neue Geschäftsfelder eröffnen.

Vor vier Jahren gelang dem 50-Jährigen dies gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Christian Hermann bei der Gründung von Corporate Fashion. Die Firma vertreibt beispielsweise Hemden, Poloshirts, Softshell-Jacken oder Krawatten für Industrieunternehmen. Veredelt werden die Teile dann von Systemsport. „Bei diesem Zweig arbeiten wir unter anderem mit Liebherr, Mercedes Benz, WMF und Voith zusammen“, erzählt Norbert Tress.

Aber der Munderkinger hat sein Unternehmensprofil noch weiter geöffnet. Seit einigen Monaten betreibt er unter dem Namen „Worst Behavior“ ein eigenes Modelabel. „Dafür beschäftigen wir einen Designer und Modefotografen in Hamburg.“ Die Hansestadt als Standort hat Tress gewählt, weil diese als Modemetropole in Deutschland gilt. Aber nicht nur die Ideen für das eigene Label kommen aus Munderkingen. Das Unternehmen entwickelt auch Modelinien für Prominente wie Jan Leyk und Pia Tillmann. „Wir übernehmen dabei die komplette Logistik für unsere Kunden“, erklärt Tress.

„Ich freue mich sehr über diese neuen Aufgaben“, so der Geschäftsführer. Besonders im Sozialen Netzwerk Facebook werde die Mode vertrieben. „Das ist etwas völlig neues für uns.“ Weil das Internet und Soziale Netzwerk immer weiter an Bedeutung gewinnen, hat Systemsport kürzlich den eigenen Onlineauftritt überarbeitet und das ist mehr als gut gelungen. Schließlich ist die Homepage des Unternehmens jetzt für einen Medienpreis nominiert.

Und erstmals in 20 Jahren Firmengeschichte wird Systemsport der Textilbranche seit Kurzem untreu. „Mit dem Zweig Stylecover gehen wir erstmals fremd und gestalten Handyhüllen“, sagt Norbert Tress. Die Veredelung dieser Kunststoffhüllen sei der von Sporttrikots schließlich sehr ähnlich.

Quelle: Schwäbische Zeitung

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